isladehn


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Blogbattle Nr.22 – Fremd

Fremd ist alles was ich nicht kenne. Leider machen sich viele gar nicht erst die Mühe sich auf das Fremde ein zu lassen und es kennen zu lernen. Es wird einfach mal abgelehnt, was die einfachste Art ist damit um zu gehen ohne sich auf neues ein zu lassen.

Fremd bin ich hier beim Blogbattle, denn es ist das erstemal das ich daran teilnehme. Da ich aber schon oft mitgelesen habe denke ich, hier auf Menschen zu treffen die sich trauen auch mal was fremdes zu zulassen. Und alle die schon jetzt beim lesen die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen haben, kann ich nur um Verständnis bitten, denn die neue Rechtschreibung ist mir leider bis heute ein Buch mit sieben Siegeln geblieben und so absolut fremd wie nur geht.

Ach ja und fremd sind mir meine Geruchs- und Geschmacksnerven seit ich nicht mehr rauche. Nicht nur das ich festgestellt habe das alle Gummibärchen tatsächlich anders schmecken, sondern auch Tomaten recht unterschiedlich sein können. Auch die Umwelt überrascht mich immer wieder mit Gerüchen und die sind nicht immer schön. Deos, die vorher ganz gut waren überraschen jetzt mit einem Duft der kaum noch zu ertragen ist.

Meiner Nachbarin mit dem Golfrasen ist es sehr fremd, wenn in meinem Garten sich die Wildkräuter mal so richtig austoben dürfen und wachsen wie sie wollen. Vielen im Dorf ist es sehr fremd, wenn ich mich nicht mal altersgemäß gekleidet mit bunten Haaren auf meinen Roller schwinge und davon fahre. Wie heißt es in dem Lied so schön: meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad…..

Meine alten Kollegen aus der Pflege ist es fremd, das ich jetzt zu den „staatlich geprüften Mensch ärger dich nicht Spielern “ gehöre und damit mein Geld verdiene, dass ich da sitze und mit den Bewohnern klöne. Ja ich hetze nicht mehr über die Station und versuche mit Herrn A zur Toilette zu gehen und gleichzeitig Frau B zu duschen, während ich Tabletten austeile und Kaffee ausschenke. Nein ich darf laut Stellenbeschreibung noch nicht mal täglich Essen an reichen. Und doch bin ich manchmal geschafft, denn immer zu ergründen wie man den einzelnen fördern kann und ihn zum 20. mal aus dem Krieg zurück in die heutige Zeit zu begleiten kostet auch Nerven.

Vielen Demenzkranken werden die eigenen Kinder sehr fremd, weil sie doch selber gerade das Gefühl haben eben erst ins Schulalter eingetreten zu sein und wo kommen dann diese fremden Kinder her die laufend Mama zu ihnen sagen? Und warum schauen alle so komisch aus der Wäsche, wenn sie mit drei Pullis und ohne Hose am Kaffeetisch auf tauchen. Wo das doch so gehört!

Wie man sieht ist die Welt voll von Fremden Dingen, aber ohne sie wäre alles ganz schön langweilig. Also feiern wir alles fremde und sehen es vielleicht mal mit anderen Augen.

Und jetzt alle bekannten Fremden Mitschreiber

1. Schakal mit seinen Gedankenwelten
2. Ichigo Komori mit ihrem “The music box of a morbig wonderland”
3. Das Wetterschaf mit Schafen, Wetter und so
4. Sebastian vom Pal-Blog
5. Chelsea mit ihren vielen Dingen
6. Justine von Justine
7. The Lisa/Lilly
8. die Laura
9. die rollende Wicca Isladehn
10.  the Lord himself

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Sooooo viel um die Ohren…….

Es ist in letzter Zeit recht still geworden hier im Blog. Aber er ist noch nicht ganz vergessen. Ich gelobe auch Besserung und irgendwann auch wieder regelmäßige Texte.

Doch wenn man von der Pflege zu den „staatlich geprüften Mensch ärger dich nicht Spielern“ wechselt, lernt man ganz neue Seiten des Berufs kennen.

Außerdem darf ich regelmäßig in die Tasten hauen um in unsrem königlichem Hause dem ein oder anderen ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern in Form von Beiträgen für die Heimzeitung.

Ich könnte diese zwar auch hier veröffentlichen, doch muss ich dafür erstmal die Zeit finden.

 


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Ich will mein altes Leben zurück………

Der Unfall ist jetzt 4 Wochen her und ich werde langsam ungeduldig. Ich sitze manchmal auf der Bettkante und denke: ich will mein altes Leben zurück. Ich übe täglich den aufrechten Gang mit dem Rollator und ab und an geht es auch schon am Stock. Nur alles ist noch sehr anstrengend was sonst so einfach war. Ab 20.00 Uhr merke die angeknackste Rippe bei atmen sehr und wenn ich ins Bett gehe sieht es aus wie der Bär in der Otto Werbung.

Aufrecht sitzen ist noch anstrengend, also immer wieder lang legen. So vergeht ein Tag nach dem anderen. Ach wie gern wäre ich ein Dshin und könnte zaubern.

Aber ich merke es wird jeden Tag etwas besser. Nun kommt noch die Reha, mal sehen was da noch auf mich zu kommt. Zudem kommen ständig irgend welche Vordrucke die ausgefüllt werden müssen. Denn eines ist klar ich brauch nen neuen Roller, der Rollator hat nämlich 2 Räder zuviel.
Heute hat meine Tochter angefangen wieder einen Menschen aus mir zu machen. Denn auch im Krankenhaus wussten viele nicht meinen Namen……..ich war einfach die mit den bunten Harren. Und auch zum färben und schneiden braucht es zur Zeit zwei Tage.


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Gerade noch vor dem Pflegebetten und schon selber drin

Wie ja schon erwähnt hatte ich am 18.9.14 einen Unfall und so konnte ich alles ausprobieren was ich sonst nur aus der Betreuung kannte.
Gelagert werden mit Katheter
Man ist das unangenehm  wenn auch nur ein Hauch von Spannung auf dem Schlauch ist.
Ein Toilettenstuhl ist unangenehm kalt wenn man sich drauf setzt.
Und die Klingel hat immer die Eigenart genau da zu liegen wo man nicht dran kommt. Movicol schmeckt einfach widerlich.
Pants drücken unangenehm wenn sie sehr eng sind und ,,Windelhosen,, lassen einen noch mehr schwitzen als normal.
Jeder Schlauch den man los wird ist ein Schritt zurück ins normale Leben: Schmerzmittel Pumpe,Blutabnahme Zugang, Infusionszugang, Beatmungsschlauch…
Und wenn dann endlich die Krankengymnastik das aufstehen übt und der erste selbstständige Toilettengang ist es fast geschafft. Die Entlassung aus Krankenhaus. Und erst wieder in den eigenen 4 Wänden, geht die Genesung viel schneller.


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Kleine Unterstützung

Hallo ihr fleißigem Leser dieses Blogs! Wie ihr sicher schon mitbekommen habt ging es hier ganz schön turbulent zu – und wer dachte das der gestrige Eintrag der Auftakt von einem Film gewesen ist, der irrt. genau aus diesem Grund wurde ich mit an Bord dieses Blogs geholt, denn man kann sich sicher gut vorstellen das dieses Geschehen noch Konsequenzen mit sich trug und noch trägt: OP, Krankenhausaufenthalt und Reha.

Noch ist unsere rollerrasende Pflegerin zu hause – ohne Roller aber mit Rollator, denn ohne Räder geht eindach nicht. Doch sobald sie sich auf den Weg zur Reha macht, werde ich in ihrem Namen diesen Blog verwalten.
Sicher wollt ihr wissen, wer hier nun schreibt… Nun dann stelle ich mich doch mal kurz vor:

Ich bin die Tochter unserer Pflegerin, und führe selbst seit geraumer Zeit einen Blog, der thematisch eine etwas andere Richtung einschlägt wie dieser hier und unter dem Namen „the music box of a morbid Wonderland“ zu finden ist.

Ich hoffe ich kann euch gut auf dem laufenden halten die nächsten Monate!

Bis die Tage!

eure Co-Moderatorin ichigo


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Der Abend als nur Rehe, Roller und Pfleger unterwegs waren

zuerst  wechselte Mutter Reh mit Kind die Straße und dann gab es einen großen „Wums“ und mein Roller und ich wurden, wie in der Waschmaschine die Wäsche, durcheinander gewirbelt!

Ich fand mich auf der Straße wieder den Roller auf den Füßen…

Und genau auf dieser Kreuzung trafen nun alle Pflegekräfte aufeinander: Die Verletzte Altenpflegerin und Ersthelfer.

Der erste Helfer stürzte sich auf das Opfer „Wie heißen sie? Was für’nen Tag haben wir heute? Und was ist passiert… was wissen sie noch vom Unfall? – ich bin von der Feuerwehr, ich weis was zu tun ist.“

Der zweite Helfer betritt die Kreuzung „Wie heißen sie? Was für’nen Tag haben wir heute? Und was ist passiert… was wissen sie noch vom Unfall? – ich bin vom THW, ich weis was zu tun ist.“

Die Verunglückte beantwortete zum zweiten Mal alle Fragen und gibt an sich aufsetzen zu wollen und gerne den Roller von den Füßen hätte.

Feuerwehr und THW diskutieren lebhaft, ob die Verletzte von der Straße gebracht wird oder nicht. Jetzt stößt Helferin Nummer drei dazu …… „ich bin vom Pflegedienst, ich weis was zu tun ist! … Wie heißen sie? Was für’nen Tag haben wir heute? Und was ist passiert? Waren sie Bewusstlos?“

Eine Unbeteiligte machte den Vorschlag die Unfallstelle doch mal zu sichern – was von Pflegedienst, THW und Feuerwehr heftig abgelehnt wird, sie mussten sich doch um die Verletzte kümmern. Es war ja auch nur alles auf der Gegenfahrbahn verteilt, das Ganze schlecht ausgeleuchtet – da können die kommenden Autofahrer schon drum rum fahren…

Nach einer weiteren Diskussion ist man dann überein gekommen doch den Roller von den Füßen der Verletzten zu nehmen.

Nun kommen die Sanitäter vom alarmierten Rettungsdienst: „Wie heißen sie? Was für’nen Tag haben wir heute? Und was ist passiert…“  Zu guter letzt kommt dann auch endlich der Notarzt, der noch wichtige Fragen hat: „Wie heißen sie? ……………..“

Wir fahren mit Tatü Tata ins Krankenhaus und auch die Notaufnahme hat noch Fragen

Ich bedanke mich bei allen Fragenden – die Rettungskette hat perfekt funktioniert.


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Schon 5 Euro helfen………

An die Werbung im Fernsehen hat man sich ja schon gewöhnt, aber für was ich alles spenden soll geht mir doch langsam auf die Nerven. Da ist der Regenwald, Tiger, Bären, misshandelte Kinder und die unbekannte Krankheit. Und immer der Satz: 5 Euro helfen. Na, ja Beim Regenwald habe ich die Wahl Geld zu spenden oder Bier zu trinken. Gegen die unbekannte Krankheit kann ich mir Wasser, Sand oder Steine über den Kopf zu kippen und zu guter letzt auch noch Knochenmark spenden.

Und dann sehe ich die Obdachlosen in Hamburg, die vielen alleinerziehenden Mütter und Väter die mit Arbeitslosengeld II (Hartz 4) auskommen müssen und trotzdem nebenbei arbeiten. Die vielen Beschäftigten, die mit einem Job gerade die Miete zahlen können. Rentner die von der Hand in den Mund leben.

Klar wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft, aber leider trifft das nur auf eine hälfte der Bevölkerung zu. Und die Schere wird immer größer.

Und unsere Volksvertreter sind nur dabei ihren eigenen Haushalt in Ordnung zu bringen, in dem sie Steuern und Diäten erhöhen.

Bleibt die Frage welches Volk sie vertreten?  Wie wäre es mit einer Spende…………..es darf auch gern etwas mehr als 5 Euro sein!

Denn wenn sich die Schere schließen würde, könnten sich alle Bio leisten, umweltbewusste Gefährte fahren und mit Spenden die Bedürftigen unterstützen (aber bitte ohne die ganzen Verwaltungskosten für Vorstandsgehälter usw.)


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Spektakel in Öjendorf

Gestern auf meinem Weg zurück ins Mittelalter…………über Hamburgs Straßen. Ein kurzes verweilen an einer Tankstelle, ein modernes Gefährt öffnet die Türen………und heraus kommen Frauen in wallenden Gewändern, Männer in Rüstungen. Der Tankwart schaut irritiert……. dann stellt er fest: ach ja das Jahr ist um……es ist mal wieder so weit!!!!

Und dann auf dem Gelände viele bunte Gewänder und viele in schwarz gekleidete Menschenkinder. Und dort wo die schwarz gekleideten überwiegen, da ist mein Platz. Eine herzliche Umarmung……… ein gutes Gespräch…und gute Laune, die ansteckend ist. Alles weit weg vom hellen Alltag.

Und dann wird es langsam dunkel…..überall brennen große Feuer und jede Menge Musik so richtig handgemacht. Man hört Fidel, Lauten, Harfen und Dudelsäcke und sogar ein Didgeridoo. Es wird getanzt, getrunken und gesungen. Jetzt ist auch das Gefühl endlich im Mittelalter angekommen.

Leider ist die Zeit dann viel zu schnell vorbei und der Weg nach Hause sehr dunkel, damit sich auch die Augen schön langsam wieder an das hier und jetzt gewöhnen können.


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Urlaub nicht auf Terrassia sondern …………….

Andere fahren im Urlaub in fremde Länder oder schlafen lange aus aber nicht wenn man in der Pflege arbeitet.

Nach zwei Tagen seligem Nichtstun, begann mein  Tag heute morgen endlich mal wieder sehr früh. Als ich dann um 6.30 Uhr vor dem Heim an kam, schaute mich die Nachtschwester fragend an…………hast du nicht Urlaub???? Klar, aber bevor ich mich zu hause langweile kann ich mich auch mit meinen Kollegen treffen und an einer Fortbildung teilnehmen. Immerhin findet diese nicht in unserem Hause statt und so darf ich wenigstens im Urlaub ein anderes Heim besuchen.

Bei dem Kurs liegen dann 12 Erwachsene auf dem Fußboden und drehen sich immer wieder von der Rückenlage in die Seitenlage. Wir reden darüber das man auf sich achten soll und die eigene Anstrengung so gering wie möglich zu halten. Soviel zur Theorie.

Die Praxis sieht leider oft ganz anders aus. Das ist in der Urlaubszeit gar nicht so einfach, da die Arbeit nicht weniger wird und einer nach dem anderen vor Erschöpfung krank wird. Und wenn der Teil wieder einsatzfähig ist, hat die Erschöpfung die erreicht die versucht haben durch zu halten.

Immer hin es wird mal richtig herzhaft gelacht und man merkt wie schön es sein kann Pausen zu machen.

Und morgen wird neben den Bodenübungen auch versucht das umzusetzen, nur das es fremde Bewohner sind. Man sieht wie unterschiedlich Mobilisation umgesetzt wird und weiß plötzlich warum man immer wieder durch hält.

Das nennt man Urlaub auf der Pflegeinsel Altenheimo…………..


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Endlich Urlaub……….Tag 1

Seit Monaten stressiger Arbeit ist das Ziel erreicht……….der Urlaub ist da. Schon der letzte Arbeitstag war nicht mehr so schlimm in der Vorfreude auf den ersten Urlaubstag. Leider weiß aber nur der Kopf das Urlaub ist,der Körper hat es noch nicht begriffen. So erwacht man natürlich pünktlich zum Frühdienst um 4.00 Uhr!!!! Um sich dann wieder hin zu legen mit dem Gedanken: Mensch du kannst doch ausschlafen.

Wenigsten sorgt Petrus dafür das man zu hause bleibt, denn es gießt wie aus Eimern. Mit dem Gedanken das man nicht wie sonst alles an einem Tag erledigen muss………bleibt das meiste heute liegen.Der Kopf macht ständig irgend welche Vorschläge was man alles so machen könnte.  So langsam begreift auch der Körper was los ist und reagiert mit permanenter Müdigkeit.

Immer wenn ich heute auf die Uhr sehe, fällt mir ein was die Kollegen jetzt so zu tun haben. Mir gehen Gedanken durch den Kopf, ob wohl noch alle Bewohner da sind wenn ich nach 14 Tagen zurück komme. Im gleichen Moment berufe ich mich selber: hey du hast Urlaub, wie wär es mit abschalten!!!

Ich bin mal gespannt wann die Erholung einsetzt und wie sich das dann wohl anfühlt.